Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Wetter, Werbung und Wissensdurst prägte den Tag der offenen Hoftüren

Ausgabe Nummer 23 (2016)

Am Sonntag haben über 110 Schweizer Bauernhöfe erstmals am europäischen Tag der offenen Hoftüren mitgemacht. Über 30 000 Personen nahmen die Gelegenheit wahr und besuchten einen der Bauernhöfe, die den Besuchern vielfältige Programme boten.

Trotz Abstimmungen, Gotthardfest, und vielen Sommeranlässen fanden am 5. Juni über 30 000 Kinder und Erwachsene ihren Weg zu einem Bauernhof. Im Dorf Rosshäusern bei Bern haben gleich vier Betriebe mitgemacht und freuten sich über das Interesse der Besucher. Gruppenweise schlenderten Familien und Touristen durchs Dorf, streichelten Ferkel oder besichtigten Mastpoulets, Kühe und Kälbchen. Den Bauernfamilien ging es, wie Sonja Fritsche in Montlingen SG, die sagt: «Wir wurden nicht überrannt, die Besucher kamen grüppchenweise, dafür hatten wir mehr Zeit fürs Gespräch. Wir werden wieder einmal mitmachen.»
Auch Hansjörg Rüegsegger, Präsident der Berner Bauern, und Kurt Nüesch, Chef der Schweizer Milchproduzenten, besuchten Höfe. Sie waren überzeugt, das offene Türen und direkte Begegnungen ein gutes Mittel sind, um Brücken zu schlagen und das Vertrauen in die Schweizer Landwirtschaft zu stärken. Die Angebote auf den Höfen waren sehr vielfältig, einige begannen um 5.30 Uhr, wo Besucher eingeladen waren beim Melken zuzuschauen und anschliessend zu Frühstücken. Gabi Fischli in Benken hatte mit 300 Besuchern gerechnet und es sind 500 gekommen. Auch Sandra Bütler fand den Tag auf Ihrem Hof in Wädenswil «megalässig». Einige Anbieter hingegen waren enttäuscht, dass nicht mehr Besucher kamen. In den Rückmeldungen zeigt sich, dass Wetterlage, Werbung und Wissendurst als Gründe genannt wurden. Während bei Daniel Minder, aufgrund der Inserate in der Zeitung 20 Minuten, Touristen aus Deutschland vorbeikamen, sagten andere, sie hätten gar nicht gewusst, dass dieser Tag angeboten wurde. Weitere Echos zeigen, dass das Interesse und der Wissensdurst der Konsumenten an der Landwirtschaft als höher eingeschätzt wurden. Nach Auswertung der Rückmeldungen wird eine Bilanz gezogen und über die Fortsetzung solcher und ähnlicher Angebote beraten. Die Projektleitung Stallvisite betonte nach Abschluss des Tages, dass solche Begegnungsmöglichkeiten zwischen Produzenten und Konsumenten ein Gebot der Stunde seien: «Zum Glück beteiligen sich bei diesem und andern Projekten immer wieder viele Bauernfamilien, auch wenn dies jeweils grossen Aufwand bedeutet. »


Markus Rediger, LID






















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