Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Wie weiter beim Import von Kuhhälften und Verabeitungsfleisch?

Ausgabe Nummer 22 (2014)

Die Situation auf dem Rindfleischmarkt ist seit längerer Zeit sehr zwiespältig. Die grosse Nachfrage nach Rindfleisch führt zu hohen Importen. Die Munimäster können von der guten Nachfragesituation aber nicht ausreichend profitieren.

Mitglieder des Verwaltungsrates der Proviande und der Kommission Viehwirtschaft des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft trafen sich, um die aktuelle Situation zu besprechen. Anwesend waren:
– Kommission Viehwirtschaft VTL: Urs Schär (Präsident), Werner
   Mazenauer, Oliver Engeli, Albert Brühwiler und Karl Keller.
– Vorstand VTL: Jürg Fatzer (Geschäftsführer) und Ruedi Schnyder.
– Verwaltungsräte der Proviande: Martin Rufer (Schweizer
   Bauernverband), Claus Ullmann (Geflügelproduzenten), Kurt Herzog
   (Swiss Beef CH) und Walter Arnold (Schweiz. Viehhändlerverband).

Schweizer Bankviehpreis unter Druck
Seit November 2013 ist der Bankviehpreis unter Druck. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits drücken die hohen Importe, andererseits das steigende Inlandangebot und die hohe Produktion bei IP-Suisse auf den Preis. Ein weiteres Problem ist der Import von billigem Würzfleisch. Mit der Verschärfung der Importvorschriften für Würzfleisch befasst sich im Moment die Kommission für Wirtschaft und Abgaben WAK des Nationalrats. Mit einem Entscheid ist im August 2014 zu rechnen.

Massnahmen in der Gastronomie nötig
Im Vergleich zu 2013 hat die Produktion von Bankvieh in der Schweiz leicht zugenommen. Aus Sicht der Mäster sind die hohen Importe von Kuhhälften negativ. Die so mitimportierten Kuhnierstücke finden besonders in der Gastronomie einen guten Absatz und konkurrenzieren das inländische Bankvieh.
Die Branche ist sich der Bedeutung der Gastronomie für den Absatz von Schweizer Fleisch bewusst. Proviande hat darum die «Strategische Arbeitsgruppe Gastronomie » ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Gastronomen und Köche für den Ein- und Verkauf von Schweizer Fleisch zu gewinnen.

Gute Nachfrage der Konsumenten
Trotz des Vegetarier- und Veganer-Booms ist die Nachfrage der Konsumenten nach Fleisch steigend. Bestes Beispiel ist Mc Donalds, bei dem täglich grosse Mengen an Schweizer Fleisch konsumiert werden.

Marktgesetze werden von der Landwirtschaft toleriert – Umgehungen jedoch nicht
Die Produktion von Bankfleisch wurde ausgedehnt, und das Angebot an Kuhfleisch ist gesunken. Dies führt zur heutigen Situation, dass Kühe gefragt und Importe von Verarbeitungsfleisch nötig sind. Um den Druck vom Bankviehmarkt zu nehmen, müssten künftig Importe vermehrt in Form von Verarbeitungsfleisch anstelle von halben Kühen getätigt werden. Die Fleischproduzenten akzeptieren die Marktgesetze und wissen, dass Angebot und Nachfrage den Preis diktieren. Wo jedoch die gesetzlichen Grundlagen Lücken haben und findige Marktteilnehmer diese ausnützen (wie zum Beispiel beim Würzfleischimport), muss gehandelt werden.

Kommission Viehwirtschaft VTL
Sibylle Wüst




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