Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Wiederum relativ geringe Bienenvölkerverluste im vergangenen Winter

Ausgabe Nummer 28 (2015)

Bereits zum dritten Mal in Folge lagen die Winterverluste in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein unter 20 Prozent.

Mit Spannung werden jedes Jahr die Angaben über die Bienenvölkerverluste vom vergangenen Winter erwartet. Dies vor allem, nachdem im Winter 2011/12 die Imker/-innen massive Verluste zu beklagen hatten. Dass die Verluste von Bienenvölkern nicht nur ein Problem für Imker/-innen darstellt, wird mehr und mehr auch einer breiten Öffentlichkeit bewusst, tragen doch Honig- und Wildbienen ganz entscheidend zur Befruchtung vieler Pflanzen und damit auch zu unserer Ernährung bei.
Winterverluste werden seit dem Winter 2007/2008 systematisch mit einer Internetumfrage erhoben. Auch dieses Jahr nahmen über 1000 Imker/-innen der ganzen Schweiz und des Fürstentum Liechtensteins an der Umfrage teil. Die Daten werden jeweils ab dem Monat Mai erhoben, wenn auch die Bienenvölker in höheren Lagen ausgewintert worden sind. Die durchschnittlichen Völkerverluste lagen im vergangenen Winter bei 16,5 Prozent und damit wie in den beiden Vorjahresperioden deutlich unter 20 Prozent. Insgesamt 43 Prozent aller Imker/-innen hatten überhaupt keine Verluste zu beklagen; bei 66 Prozent der an der Umfrage beteiligten betrugen die Verluste maximal 15 Prozent. Diesen erfreulichen Werten stehen 9,1 Prozent der Imker/- innen gegenüber, welche den Verlust von mindestens 50 Prozent ihrer Völker bis hin zu einem Totalverlust zu beklagen haben.
Ob gute klimatische Voraussetzungen oder die zunehmend professionelle Behandlung der gefährlichen Varroamilbe durch die Imker/-innen zu dieser Entwicklung beigetragen haben, kann aufgrund der Umfrageresultate nicht beurteilt werden. Noch gibt es sehr viele offene Fragen. Diese Zahlen dürfen auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der zusätzliche Druck auf Honig- und Wildbienen hoch bleibt. Sei es in Form eines wenig attraktiven Futterangebotes in einer intensiv genutzten Landwirtschaft oder dem Einsatz bienengefährlicher Pestizide. Mit dem Anpflanzen insektenfreundlicher Trachtpflanzen und der Vermeidung von Pestiziden können auch Nichtimker/-innen in Privatgärten und öffentlichen Anlagen wesentlich zum Wohl der Bienen und damit auch uns Menschen beitragen.


Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde, Appenzell, www.vdrb.ch

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