Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
21. Juni 2019


"Wir müssen auf dem Markt arbeiten"

Ausgabe Nummer 14 (2019)

Milchmarkt und Produzentenorganisation

Der Milchmarkt wird stark vom internationalen Umfeld beeinflusst. Das Schweizer Milchpreisniveau ist tiefer als erwünscht. Für die Generationengemeinschaft Tanner, Buch bei Frauenfeld, ist klar, dass die Produzenten zusammenhalten und gemeinsam vorwärtsgehen müssen.

Die Milcheinlieferungen liegen seit Beginn 2019 unter dem Vorjahresniveau. Man könnte meinen, dass aufgrund dieser tiefen Milchmenge der Milchpreis nun kräftig ansteigen müsste. Als Milchproduzent und damit Akteur im Milchmarkt muss einem aber klar sein, dass der Schweizer Milchpreis aufgrund der teilgeöffneten Märkte stark abhängig vom internationalen Umfeld ist. Erfreulicherweise sind die Anzeichen auf dem internationalen Markt positiv – diese Tendenzen beeinflussen den Schweizer Milchpreis viel stärker als die tiefere Milchmenge in der Schweiz. Die tiefen Milcheinlieferungen stützen den Markt aber im Hinblick darauf, dass voraussichtlich keine Milch im Frühjahr im C-Segment vermarktet wird. Die mooh Genossenschaft als führende Milchvermarktungsorganisation leitet die knappe Milchmenge wenn immer möglich in die Kanäle mit der besten Wertschöpfung. Durch die Struktur der mooh Genossenschaft mit rund 60 Kunden ist sie im Verkauf breit diversifiziert. Als Milchvermarktungsorganisation, welche von bäuerlichen Verwaltungsräten geleitet wird, stehen immer der grösstmögliche Nutzen und damit ein möglichst hoher Milchpreis im Zentrum.

Für eine Produzentenorganisation entschieden
Das war auch für Heinz Tanner aus Buch bei Frauenfeld ausschlaggebend, als er sich für einen Milchkäufer entscheiden musste. «Als Produzenten müssen wir zusammenhalten und uns selber organisieren – deshalb war für mich klar, dass wir einer Produzentenorganisation (PO) und keiner Produzenten- Milchverwerter-Organisation (PMO) beitreten», erläutert Tanner. Heinz Tanner führt mit seinen beiden Söhnen Adrian und Dominik einen Betrieb in Buch bei Frauenfeld. Die Familie bewirtschaftet 50 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und hat 46 Milchkühe mit eigener Aufzucht. Als weitere Betriebszweige betreibt die Familie Schweinemast und Ackerbau. Heinz Tanner teilt im Interview seine Einschätzungen zur mooh Genossenschaft mit.

Wie beurteilen Sie die Organisationsform der mooh?
Heinz Tanner: Bei der mooh sind wir Mitglieder einer Genossenschaft. Wir haben ein Stimmrecht und können unsere Meinung vertreten. Klar müssen wir auch bei der mooh schauen, dass unsere Meinung gehört wird – das ist bei der Grösse von mooh nicht immer einfach. Aber wir können immer auf der Geschäftsstelle anrufen oder einem Mitglied des Verwaltungsrats schreiben – das sind ja alles auch Milchproduzenten.

Sind Sie zufrieden mit dem Milchpreis?
Sicher ist der aktuelle Preis tiefer als erwünscht. Aber gerade jetzt müssen wir Produzenten zusammenhalten und unsere Milch so gut wie möglich auf dem Markt verkaufen. Wir müssen auf dem Markt arbeiten. Wenn wir nur einem Verarbeiter ausgeliefert sind, dann entscheidet er, was mit uns geschieht.

Arbeitet die mooh gegenüber Ihnen transparent?
Ja, wir erhalten jeden Monat ein Infoblatt zur aktuellen Marktlage sowie zu den Aktivitäten der mooh. In diesem Infoblatt werden ebenfalls die Preise transparent publiziert. Auch ist das System klar, wie mein Milchpreis zustande kommt. Wir erhalten so alle nötigen Informationen und sind vollumfänglich zufrieden mit der mooh Genossenschaft als unserem Milchkäufer.


Gabriela Küng




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