Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Wirtschaftliche Kühe im hohen Lebensleistungen

Ausgabe Nummer 12 (2015)

Fachkommission Viehwirtschaft und Vereinigung Thurgauer Rindviehzuchtvereine

An der Viehwirtschaftstagung der Vereinigung Thurgauer Rindviehzuchtvereine und der Fachkommission Viehwirtschaft des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft VTL wurden 59 Kühe mit einer hohen Lebensleistung ausgezeichnet.

Im Zentrum der diesjährigen Viehwirtschaftstagung standen einmal mehr die Viehzüchter mit ihren 100 000-kg-Lebensleistungs-Kühen. Michael Schwarzenberger, Tierzuchtlehrer am BBZ Arenenberg, gratulierte den Züchtern der 33 Braunvieh-, 14 Holsteinund 12 Fleckvieh-Kühen und erwähnte, dass solche Kühe nicht nur das Ergebnis einer guten Genetik, sondern auch einer guten Fütterung, Haltung und Pflege seien. Es sei deshalb auch nicht erstaunlich, dass immer wieder Züchter dabei seien, die schon für mehrere Kühe ausgezeichnet wurden. Weiter informierte Schwarzenberger, dass bereits zum zweiten Mal in Folge eine Abnahme des gesamten Viehbestandes im Thurgau zu verzeichnen sei. Dies betreffe vor allem das Jungvieh, aber auch einen kleinen Anteil von Kühen. An Zahl zugenommen haben dagegen die Mutterkühe. Bei weiter sinkendem Anteil von Besitzern gehe aber der Trend zu grösseren Betrieben weiter. Durchschnittlich wurden 43,4 Tiere pro Betrieb gehalten. Der Strukturwandel gehe unvermindert weiter, obwohl die Turbulenzen auf dem Milchmarkt und die allgemeine Wirtschaftslage den Trend zu höheren Kuhzahlen leicht gebremst haben.

Steht eine Auflösung bevor?
Hansjürg Altwegg, Präsident der Vereinigung Thurgauer Rindviehzuchtvereine (VTRZV), verwies in seinem Jahresrückblick auf die finanziellen Verluste von insgesamt mehr als 10 Prozent des Einkommens hin, die den Thurgauer Landwirten durch die AP 2014 bis 2017 verloren gehen. Die Vereinigung unterstützte im vergangenen Jahr Züchter, die mit ihren Tieren Schauen besuchten, mit einem Transportbeitrag von insgesamt 1800 Franken. Leider sei ein Rückgang der Schaubesuche festzustellen. Ausser der WEGA und der Top-Show gebe es im Thurgau nur noch wenige Schauen. Der Vorstand habe sich deshalb Gedanken zum Fortbestand des VTRZV gemacht. Fast nur reine Geldverwaltung sei nicht Sinn und Zweck des Vereins. Deshalb hat die Versammlung auch beschlossen, im laufenden Jahr auf einen Jahresbeitrag zu verzichten. Bis 2016 soll der Verein im gewohnten Rahmen weiter geführt werden, um dann das weitere Vorgehen zu beschliessen.

Beliebte Grillkurse
Urs Schär, Präsident des Ressorts Tierhaltung/ Fleisch VTL, verwies auf die Grillkurse, die im vergangenen Jahr zum 17. Mal auf acht Landwirtschaftsbetrieben durchgeführt wurden. Kursleiter Christian Kindl habe es verstanden, die Kursbesucher in die Kunst des Grillierens einzuführen. In diesem Jahr ist eine Fortsetzung weiterer Grillkurse geplant. Ein weiteres Highlight wird auch die Vier-Rassenschau an der WEGA sein, welche dieses Jahr bereits zum sechsten Mal durchgeführt wird. Eine Besonderheit: die Besitzer geben ihre Tiere an die Tierbetreuer ab und übernehmen sie erst wieder nach der WEGA.

Verbreitete Klauenprobleme
Im Anschluss an die Viehwirtschaftstagung referierte Tierarzt Urs Koller vom Tiermedizinischen Zentrum AG (Tezet) in Müllheim zum Thema Erdbeerkrankheit/ Mortellaro, einer Klauenerkrankung. Mortellaro sei weltweit verbreitet, rund 73 Prozent der Betriebe, mehrheitlich Laufställe, seien davon betroffen. Laut Koller geht es dabei um eine bakterielle Erkrankung mit sogenannten Spirochäten und vielen anderen Bakterien. Ursachen können auch andere Faktoren sein, wie etwa der Zukauf von Tieren, Alp- und Gemeinschaftsweiden, Handelsställe. Ausstellungen können ebenfalls eine Ansteckung zur Folge haben. Verschiedene Behandlungen mit unterschiedlichen Präparaten seien möglich, doch Wundermittel gebe es keine. Mit einer guten Kontrolle und sofortiger Behandlung könne Mortellaro in Schach gehalten werden, eine Eliminierung gebe es bis heute aber nicht.


Hanni Schild







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