Ausgabe Nummer 8 (2008)

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«Wirtschaftliche Kuh mit maximaler Lebensleistung»

Die Rindviehzüchter befassten sich mit Leistungen und Tierkrankheiten

Der Rindviehbestand hat zum zweiten Mal in Folge zugenommen. 25 Züchter wurden an der Viehwirtschaftstagung für Kühe mit einer Lebensleistung von über 100 000 Kilogramm Milch ausgezeichnet.

Nationalrat Markus Zemp, Präsident des Schweizerischen Braunviehzuchtverbandes, liess es sich nicht nehmen, 25 Thurgauer Milchviehzüchtern zu ihren Kühen mit einer Lebensleistung von 100 000 Kilogramm Milch persönlich zu gratulieren. An der Viehwirtschaftstagung der Kommission Viehwirtschaft des Thurgauer Bauernverbandes und der Vereinigung Thurgauer Viehzuchtgenossenschaften, gab Markus Harder, Leiter der Fachstelle Nutztierhaltung BBZ Arenenberg, der Freude Ausdruck, dass damit seit 1992 bis 2007 bereits 212 Kühe mit einer Lebensleistung von über 100000 Kilogramm Milch ausgezeichnet werden konnten. Dies beweise, dass sich hohe Leistung und Langlebigkeit kombinieren lasse.

875 000 Franken für Tierzuchtförderung
Harder freut sich auch, dass der Rindviehbestand im Thurgau bereits zum zweiten Mal in Folge mit total 71 903 Tieren gegenüber dem Vorjahr um 943 Tiere oder 1,3 Prozent zugenommen hat. Mit 39 031 Milchkühen lag die Zunahme bei 0,5 Prozent und bei den 3002 Mutterkühen bei 10,3 Prozent. Der Herdebuchbestand stehe mit 27 209 Tieren auf absolutem Rekordniveau. Wie Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt, bekannt gab, wurden im Jahr 2007 Kantonsbeiträge für Tierzuchtförderung von 875 000 Franken ausbezahlt. Neu sei für die Tierzucht der Bund zuständig. Die 875 000 Franken blieben aber der Thurgauer Landwirtschaft erhalten. Hansueli Walser und Daniel Burkhard ehrten Stettler, der Ende Mai in Pension geht, für seine grossen Verdienste zu Gunsten der Tierzucht mit einem Präsent.

BVD und Blauzungenkrankheit im Visier
Kantonstierarzt Paul Witzig informierte über die Ausrottung der Tierseuche BVD. Tiere, welche für die Sömmerung auf Alpen vorgesehen sind, werden ab 4. Februar auf Antrag der Besitzer untersucht. Weitere Schritte folgen im Herbst. Witzig orientierte auch über die Blauzungenkrankheit, die in der Schweiz bisher auf sechs Betrieben festgestellt wurde. Mit Impfungen soll verhindert werden, dass sich die Krankheit weiter ausbreiten kann. Nach Witzigs Aussagen laufen die Vorbereitungen für Bekämpfungsmassnahmen beim Bundesamt für Veterinärwesen auf Hochtouren.

Funktionelle Kuh mit hoher Leistung
Zum Abschluss der Viehwirtschaftstagung befasste sich Markus Harder mit dem Thema «Zucht auf Lebensleistung ? was ist wichtig?». Ziel der Viehzucht sei eine funktionelle Kuh mit hoher Leistung (Menge, Gehalt), mehreren Laktationen, ringmelkig, hoher Anteil aus Grundfutter und jedes Jahr ein Kalb. Dazu brauche es eine sichere Genetik. Wichtig sei ein schönes = funktionelles Exterieur. Dieses sei nicht Selbstzweck, denn es bestehen erwiesenermassen Zusammenhänge zwischen Exterieur und Leistung. Nach Harders Meinung gibt nicht das Maximum, sondern das Optimum eine wirtschaftliche Kuh. Extreme führen in der Zucht langfristig ins Abseits. «Viele schöne Kühe und viele sehr gute Kühe gehen zur Schlachtung ? und viele mittelmässige Kühe werden alt», stellt Harder fest, «weil sie problemlos funktionieren und jedes Jahr kalben.» Genetische Verbesserung der Lebensleistung sei möglich, aber sie brauche Zeit.

Mario Tosato



100 000 Kilogramm Lebensleistung

Folgende Bauern wurden für ihre Kühe mit einer Lebensleistung von 100 000 Kilogramm Milch ausgezeichnet.
Braunvieh: Kreta, Hansjörg Altwegg, Sulgen; Uschi, Peter und Walter Beck, Hohentannen; Jetwa-ET, Raimund Beerli, Bichelsee; Sabrina, Willi Beerli, Opfershofen; Paola, Pius Brand, Lengwil- Oberhofen; Lisa, Roland und Ursula Brander, Steinebrunn; Stina, Ruedi Daepp, Arbon; Panila, Ernst Frischknecht, Oberaach; Batana,Andreas Halter, Braunau; Selina, Hans-Ulrich, Hauser, Riedt bei Erlen; Jared, Stefan und Basil Hungerbühler, Hefenhofen;Varda, Hans-Ulrich Iseli, Scherzingen; Jawa 1, Paul Looser-Hugentobler, Buhwil; Camilla, Josef Niederberger, Bürglen; Rita, Walter Roth-Gubler, Langrickenbach; Eba, Pius Ruckstuhl, Affeltrangen; Graziella, Werner Schiess, Homburg; Elster, Hansruedi Stocker, Güttingen; Kay, Tierhaltergemeinschaft Vogt-Henauer, Güttingen;Troja,Thomas Vetter,Wittenwil; Hildi, Jonas Züllig, Uttwil.
Fleckvieh: Cabine, Marcel Möhl, Oberaach; Nelke, Alfred Weber, Hohentannen; Tabea,Walter Göldi, Oberaach; Petula, Hans Blaser, Gündelhart. (tos)




Hansueli Walser und Markus Zemp (von
links)konnten 25 Milchbauern auszeichnen.
(tos)
Hansueli Walser und Markus Zemp (von links)konnten 25 Milchbauern auszeichnen. (tos)