Ausgabe Nummer 49 (2004)
Wirtschaftlichkeit und Produktionskosten im Kernobst
| Teil 1: Tafelkernobstseminar des Schweizerischen Obstverbandes |
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Wirtschaftlichkeit und Produktionskosten im Kernobst
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| Am Tafelkernobstseminar vom 18. bis 19. November 2004 in Bern nahmen rund 120 Obstbauern, Beratungskräfte und Verbandsmitglieder teil. Die Themen gliederten sich in mehrere Bereiche. Wirtschaftlichkeit und Produktionskosten, Zukunft der Tafelkernobstproduktion, Anbautechniken und Qualitätsmanagement. In den nächsten Ausgaben des «Thurgauer Bauer» werden die Themen dieses Seminars in einer dreiteiligen Zusammenfassung präsentiert. |
| Die EU-Erweiterung und die Ausdehnung des Personen-Freizügigkeitsabkommens Peter Hayoz, Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung, orientierte die Anwesenden zum Thema Personenfreizügigkeit. Seit dem 1. Mai 2004 hat sich die EU um zehn weitere Staaten vergrössert. Sie zählt somit neu 25 Mitgliedsstaaten, welche sich in 15 alte und 10 neue Länder aufteilen. Dies hat Auswirkungen auf die Migrationspolitik der Schweiz. Für die neuen Mitgliedstaaten gelten nicht dieselben Abkommen wie für die alten. Der freie Personenverkehr mit den zehn neuen EU-Ländern wird schrittweise eingeführt. Die Schweiz erhält bis am 30. April 2011 eine Übergangsregelung. Für die Schweizer Landwirtschaft ändert sich in den nächsten Jahren nur wenig. Die Produzenten im Thurgau wurden bereits über die kommende Arbeitssaison vom Thurgauer Bauernverband orientiert. Allfällige Fragen sind an Adrian von Grünigen, TBV Weinfelden, zu richten. Schweizer Äpfel produzieren: Was kostet das? In den letzten acht Jahren hat sich die Apfelanbaufläche in der Schweiz um 15 Prozent verringert. Dies weist auf einen starken Strukturwandel im Obstbau hin. Durch die verbesserte Produktivität der Betriebe konnte die Produktionsmenge gehalten werden. Im Rahmen eines Betriebsnetzes von rund dreissig Obstbaubetrieben aus der ganzen Schweiz werden an der FAW seit einigen Jahren Daten auf Stufe Parzelle beziehungsweise Sortenquartier erhoben. Mit einer speziellen Software für Betriebsmanagement (ASA-Agrar) werden von den Betriebsleitern jeden Tag sämtliche Aufwände mittels entsprechenden Journalen erfasst. In der anschliessenden Tabelle «Sortenbewegungen 1997 bis 2002» sind die Resultate aus den Jahren 1997 bis 2002 aus Anlagen des 4. bis 15. Standjahres aufgeführt. Als Berechnungsgrundlagen wurden die effektiven Zahlen der Betriebe verwendet. Dies gilt für alle Parameter. Die Zahlen in der Tabelle auf Seite 17 entsprechen Durchschnittszahlen. Kostensenkungsmöglichkeiten beim Tafelkernobst Die folgenden Aspekte der Kostensenkungsmöglichkeiten wurden von Luc Magnollay, Obstproduzent aus dem Kanton VD, erwähnt: Jeder Unternehmer sollte der Frage, welche Art von Unternehmung er führen will, etwas Zeit und Überlegung widmen. Im Obstbau gibt es grundsätzlich zwei Richtungen. Direktvermarktung oder die Produktion für den Grosshandel. Für den Grosshandel zu produzieren heisst, mit tiefen Margen rationell zu wirtschaften. Grosse Sortenblöcke, einheitliches Erziehungssystem und eine Produktion von hohen Erträgen mit guter Qualität. Bei der Sortenwahl ist es entscheidend, die richtige Sorte für seinen Standort zu wählen. Noch nicht erprobten Sorten sollte der Obstbauer kritisch gegenüber treten, hier ist das Gespräch mit dem Handelspartner sehr wichtig. Die Wahl des Pflanzmaterials ist entscheidend. Plantagen mit qualitativ schlechtem Material waren unterschiedlich robust und wiesen hinsichtlich der Früchte, des Kalibers und der Farbe beträchtliche Unterschiede auf. Bei der Sorte Gala lassen sich rasche Degenerationserscheinungen, eine Abnahme des Kalibers und eine Verschlechterung des Ertrages feststellen. Beim Kauf von Bäumen lohnt es sich, gut entwickelte, einwandfreie Pflanzen zu wählen, selbst zu einem höheren Preis. Bei der Analyse der Produktionskosten betragen die fixen Kosten rund 50 Prozent der Gesamtkosten. Ein weiterer Kostenpunkt sind die Erntekosten. Diese sind nicht nur während der Ernte im Auge zu behalten, sondern auch bei allen Arbeiten wie Schnitt, Ausdünnung und weiteren Pflegemassnahmen zu berücksichtigen. Je homogener die Früchte am Baum hängen, desto rationeller kann geerntet werden. Bei der Ernte sind kurze Wege, geringe Wartezeiten und ein bestmöglicher Einsatz der Erntegeräte entscheidend. Bei einer Verbesserung der Produktionsfaktoren um 10 Prozent kann die Marge des Betriebes um bis zu 50 Prozent erhöht werden. Patrick Stadler, Fachstelle für Obst- und Rebbau, LBBZ Arenenberg |
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| Quelle: Matthias Zürcher, Agroscope FAW Wädenswil. |
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