Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Wo man fürs Leben gern lernt

Ausgabe Nummer 9 (2015)

34 Frauen feierten Mitte Februar unter dem Motto «Typisch Schweiz – typisch Arenenberg » den Abschluss ihrer halbjährigen modularen Weiterbildung «Ernährung & Hauswirtschaft » am BBZ Arenenberg.

Die Absolventinnen der modularen Weiterbildung «Ernährung, Hauswirtschaft, Bäuerin» 2014/2015 wählten für ihre Abschlussfeier ein bodenständiges Thema, was unter anderem auch in der Wahl der Bekleidung (Edelweisshemd) zum Ausdruck kam.
Sybille Roth, Leiterin Weiterbildung, Ernährung, Hauswirtschaft, Bäuerin am BBZ Arenenberg, hob in ihrem Bericht hervor, dass insgesamt 150 Prüfungen abgelegt wurden, mit dem bemerkenswerten Notendurchschnitt von 5,0. Ein erster Teil Modulprüfungen wurde bereits im November 2014 abgelegt.
Der Beginn der Weiterbildung ab August 2014 stand für die Teilnehmerinnen unter dem Motto «Erwartungsspuren » und mündete, symbolisch gesehen, an einer weiteren Weggabelung mit einem Bildungsrucksack, der nun mit praktischem Wissen aufgefüllt wurde. Mittels einer Fotodokumentation veranschaulichten die Absolventinnen ihre Eindrücke am BBZ Arenenberg. Über sich hinauswachsen, Fehler machen, über die man gemeinsam lachen darf, hinter «trockener Materie» (zum Beispiel landwirtschaftliche Buchhaltung) den Sinn erkennen und gleichzeitig in Modulen wie «Produkteverwertung», «Feste und Gäste» Fertigkeiten für den Alltag entwickeln: Diese Kombination machte die Weiterbildung für die Teilnehmerinnen zum besonderen Lernerlebnis.
In ihrer Ansprache thematisierte eine Absolventin den Umstand, dass Frauen, die als Gattin, Mutter und Hausfrau um das Wohl anderer bedacht sind, nach wie vor verkannt und als «Frauen ohne Beruf» gelten.

Bäuerin – eine Lebensform
Als Gastrednerin war Brigitte Schönholzer, Bäuerin und Thurgauer SVP-Kantonsrätin, eingeladen. Sie hatte selbst in ihrer Phase der Familiengründung vor rund 28 Jahren den damals «Offenen Kurs» für Bäuerinnen am Arenenberg absolviert. Für sie bedeute Bäuerin zu sein eine Lebensform und nicht, nur einen Beruf auszuüben. Sie griff die Thematik «Erwartungsspuren » auf und appellierte an die jungen Frauen, Mut zu haben und Visionen zu entwickeln. Mut auch, um nebst den gängigen Spuren auch Nebenwege zu gehen. Diesen habe sie auch benötigt, als sie seinerzeit die Wahl in die Schulbehörde und in den Kantonsrat annahm.
Jeanette Zürcher, Bäuerin und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, überbrachte die Grüsse des Verbandes, der für die Lerninhalte dieser Weiterbildung mitverantwortlich ist. Sie stellte fest, dass das Engagement des Verbandes weit weniger mediale Wellen werfen dürfte als die Beteiligung der Bäuerinnen und Landfrauen an der nationalen Demonstration vom 7. März 2015 in Bern, wo der Forderung nach Lohngleichheit für Frauen und Männer Nachdruck verliehen wird. Sie wies auf die Bedeutung sozialer Netzwerke mit realen Kontakten hin, die nicht durch «Social Media» ersetzt werden können und empfahl unter anderem den Beitritt in die regionalen Landfrauenverbände.
Der krönende Abschluss der Feier erfolgte mit der Zertifikatsübergabe durch Therese Huber, Präsidentin Thurgauer Landfrauenverband, und einem appetitlichen Büffet, welches die Absolventinnen vorbereitet hatten.


Isabelle Schwander










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