Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Wo schlachten Sie in fünf Jahren?

Ausgabe Nummer 37 (2018)

Für alle Landwirte und Jäger im Hinterthurgau ist klar, wo sie schlachten und verarbeiten lassen. Doch die Situation wird sich in den nächsten Jahren verändern, da Betriebe aufgeben werden. Um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein, hat die Projektgruppe «Regionale Fleischverarbeitung Hinterthurgau» einen Lösungsansatz erarbeitet. Für die weitere Planung braucht es aber mehr Träger und deren finanzielles Engagement.

An der zweiten Info-Veranstaltung zum Thema «Regionale Fleischverarbeitung Hinterthurgau» stellten sich die interssierten Landwirte und Jäger die brennende Frage «Wo verarbeiten wir unsere Tiere in fünf Jahren?» Andreas Moser, Leiter der Projektgruppe, ist überzeugt: «Heute hat jeder eine Lösung, aber manchmal braucht es auch den Blick für die Zukunft. » Und was die Zukunft der Schlachtmöglichkeiten im Hinterthurgau betrifft, gibt es einige Fragezeichen, da an einigen Standorten der Betrieb eingestellt wird.
Die Verantwortlichen vom Projekt Regionale Entwicklung (PRE) Tannzapfenland haben Abklärungen getroffen und Möglichkeiten abgewägt. Nun liegt ein konkreter Lösungsansatz auf dem Tisch, der gute Chancen für die Zukunft bietet. «Diesen Ansatz müssen wir nun genauer prüfen. Dies kostet Geld und wir benötigen verbindliche Zusagen von Personen, denen die regionale Fleischverarbeitung am Herzen liegt», erklärt Silke Fieseler-Hein, Projektcoach PRE Tannzapfenland. Godi Siegfried stimmt ihr zu: «Jetzt besteht eine Chance, die es zu nutzen gilt. Wenn man der Zeit voraus sein will, muss man Geld für eine Detailabklärung sprechen».
Bisher beteiligen sich 16 Landwirte und Jäger mit einem Beitrag von je Fr. 300.–. «Damit das Projekt weiterverfolgt wird, benötigt es bis Ende September 21 Personen, die dabei sind», gibt Köbi Hug, Rindviehalter aus der Matt, die Marschrichtung vor. Denn nur so ergibt sich eine Mindestgrösse, um ein solches Projekt voranzutreiben, ist sich auch die Projektgruppe einig. Wird die Zahl nicht erreicht, kann das Projekt «Regionale Fleischverarbeitung Hinterthurgau » nicht weiterverfolgt werden. «Es soll jeder für sich überlegen, wie lange gibt es meinen jetzigen Standort noch und wie weit will ich in Zukunft mit meinen Tieren fahren», so Andreas Moser.
Bis Ende Jahr müssen die konkreten Pläne für das Vorhaben, die Organisationsform und die Finanzierung vorliegen. Danach werden die verschiedenen Projekte über den Verein PRE Tannzapfenland beim Bund und Kanton eingereicht, welche über eine finanzielle Unterstützung entscheiden. Anschliessend bleiben sechs Jahre Zeit das Projekt umzusetzen. «Deshalb macht es jetzt Sinn, sich zu überlegen, was man in Zukunft will, damit wir in eine zeitgemässe Lösung investieren können,» betont Jäger und Projektmitglied Daniel Hausamann.


Brigitte Süess




« zurück zur Übersicht