Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Wo Vergleichen an seine Grenzen kommt

Ausgabe Nummer 2 (2017)

An den diesjährigen Thurgauer Landfrauentage spricht Therese Lechner zum Thema «Wo Vergleichen an seine Grenzen kommt». Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, lobte die gute Zusammenarbeit mit den Thurgauer Landfrauen und Bäuerinnen.

Der Start der diesjährigen Thurgauer Landfrauentage in der evangelischen Kirche in Weinfelden war einmal mehr sehr gut besucht. Im Zentrum stand das Referat von Therese Lechner, Inhaberin der Praxis im Zentrum Rorschach. Sie absolvierte 2005 bis 2009 die Ausbildung zur christlichen Lebensberaterin bcb und machte damit ihr Interesse an Menschen zum Beruf. 2011 erweiterte sie ihre Beratungskompetenzen mit einer Weiterbildung für angewandtes Coaching. 2015 absolvierte sie die höhere Fachprüfung zur eidgenössisch diplomierten psychosozialen Beraterin.

Vergleiche werden zu hoch angesetzt
Wie die Referentin erklärte, werden die Normen von uns Menschen bei Vergleichen vielfach zu hoch angesetzt, wobei die Perfektion oft im Vordergrund stehe. Gleiches gelte auch bei der Kochkunst oder Hobbys und bei Vergleichen mit anderen Menschen. Viele Menschen neigen auch dazu, über andere Menschen schlecht zu sprechen. Dabei habe sie in ihrem Beruf erfahren, dass sich viele Menschen grau und schlecht fühlen. Heute werden vielfach Sterne und Punkte verteilt und dabei setzten viele Menschen falsche Massstäbe.

Vergleichen um zu wissen wer man ist
Grundsätzlich müsse man vergleichen können um zu wissen wer man ist, stellte Therese Lechner weiter fest. Vergleiche kommen dann an ihre Grenzen, wenn man die Dinge nicht sachlich beobachtet, sondern bewertet. Gefährlich werde es auch, wenn man andere zur Norm mache und alles und sich selber als minderwertig betrachte.

Vergleichen in der Erziehung
Schliesslich gehe es darum, die Fähigkeiten des Kindes zu entdecken und das Kind in seiner Individualität zu fördern. Vergleiche werden dann heikel, wenn wir durch die Bewertung «besser als ...» und «schlechter als ...» in unseren Gefühlen und unserem Verhalten dem Kind gegenüber beeinflussen. Auch Formulierungen wie «der Kleine» und «der Grosse» beeinflussen uns – häufig erwartet man vom «Kleinen » ein Leben lang weniger als vom «Grossen». Nach Ansicht von Therese Lechner soll in solchen Fällen die Blickrichtung und die eigene Haltung geändert werden. Sie empfahl den Zuhörerinnen und Zuhörern, dass nicht nur die Leistungen wertvoll seien, sondern auch die Tatsache, dass Gott mich «geschnitzt» hat. Die Referentin erklärte: «Aufkleber haften nur, wenn sie für dich wichtig sind. Je mehr du Gottes Liebe vertraust, desto weniger bedeuten dir die Aufkleber der anderen.»

Hausammann dankt für die Zusammenarbeit
Regula Böhi-Zbinden, Präsidentin Thurgauer Landfrauenverband, stellte fest, dass die Landfrauentage über eine lange wertvolle Tradition verfügen. Diese werde von den Bäuerinnen und Landfrauen auch immer hoch gehalten. Sie dankte Erika und Andreas Meier für die musikalische Begleitung. Die Präsidentin bedankte sich beim Thurgauer Bauernverband, der diesen wertvollen Anlass als Hauptsponsor unterstütze. Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen und Landfrauen und ihre Tätigkeiten. Er wies darauf hin, dass der Betriebshelferdienst erneuert und verbessert werde. Verbessert werde auch die berufliche Weiterbildung in der Landwirtschaft. Hausammann bat, die Initiative für Ernährungssicherheit zu unterstützen. Die Regierungsrätin Monika Knill und Regierungsrat Jakob Stark erwiesen den Landfrauen zusammen mit Max Vögeli, Gemeindepräsident Weinfelden, sowie einige Kantonsrätinnen die Ehre.


Mario Tosato
















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