Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Wöschchuchi-Wetter und ungebremstes Wachstum

Ausgabe Nummer 33 (2014)

Nach wie vor sehr feuchte und warme Witterung prägt die ersten Augustwochen. Damit einher geht ein überaus üppiges Wachstum, welches von den Winzern einen Sondereffort bei den Laubarbeiten wie auch bei der Ertragsregulierung verlangt.

(Zu) trocken und (zu) nass ist nahe beieinander!
Es ist ja erst rund zwei Monate her, da schrieben wir noch von «Reben tränken» und schönen, trockenen Verhältnissen. Die Situation hat nun definitiv gekehrt und die feucht-warme, tropische Witterung hält nun auch im August weiter an, nachdem bereits der Juli aussergewöhnliche Niederschlagsmengen und hohe Luftfeuchtigkeitswerte gebracht hatte. Diese Bedingungen bewirken ein ungebremstes, starkes Wachstum, gerade auch in den Beischossen. Nicht selten wurde bereits zum dritten Mal mit dem Laubschneider gefahren, um die Laubwand gepflegt zu halten und das Wachstum in den Griff zu bekommen. Gerade wegen dieser Witterung ist es umso wichtiger, dass Luft in die Traubenzone kommt und zirkulieren kann, damit ein Abtrocknen rascher möglich wird.

Traubenmengen regulieren – Qualität ist gefragt!
Das gute Wachstum schlägt sich auch im Traubenbehang nieder. Die gute Blüte und die überdurchschnittlichen Beerengrössen lassen auf einen guten bis sehr guten Traubenertrag hoffen. Wie aber landläufig bekannt, ist gerade in solchen Jahren der Ertragsregulierung ein ganz besonderes Augenmerk zu schenken: Qualität ist gefragt und ein Sondereffort verlangt, damit Ertrag und Qualität im Optimum zu liegen kommen. Eher zögerlich und entgegen den Erwartungen verläuft der diesjährige Farbumschlag. Abgesehen von frühen Klonen hat bei der Hauptsorte Blauburgunder das Rotwerden der Beeren noch nicht wirklich eingesetzt. Es ist aber zu erwarten, dass in den nächsten Tagen das Färben überall sichtbar werden wird.

Aktuelle Herausforderungen beim Pflanzenschutz
Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzenschutzapplikation ist in diesem Jahr wieder eine besondere Herausforderung. Zwischen dem Abtrocknen und dem neuerlichen Einsetzen von Niederschlag bleibt oft nur ein kurzes Zeitfenster für die Applikation. Andererseits beschäftigt uns auch in diesem Jahr die Kirschessigfliege (Drosophila Suzukii), möglicherweise sogar etwas stärker als in den Vorjahren. Das gemeinsame Monitoring wird in den nächsten Tagen in verschiedenen Rebparzellen der Kantone Schaffhausen und Thurgau etabliert und Fallen werden aufgehängt.


Markus Leumann,
Fachstelle Weinbau Schaffhausen/Thurgau




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