Ausgabe Nummer 2 (2006)
Wundertüte Mensch oder warum können Hummeln fliegen?
Wundertüte Mensch oder warum können Hummeln fliegen?
Beatrix A. Böni ist eine Wundertüte. Immer wieder überraschte sie vergangenen Dienstag während ihres Referats die Zuhörerinnen mit witzigen Alltagsgeschichten und brachte so die Landfrauen oft zum Lachen.
Nach dem traditionell gemeinsam gesungenen Lied «Grosser Gott wir loben dich» begrüsste vergangenen Dienstag, 10. Januar 2006, Marianne Jöhr die zahlreichen Frauen in der evangelischen Kirche Frauenfeld zu den Thurgauer Landfrauentagen. Dieses Jahr sind die letzten Landfrauentage, die sie als Präsidentin mitorganisiert. Wie gewohnt wurden die Landfrauentage gut besucht, rund 500 Landfrauen sorgten für eine volle Kirche.
Mit seinem Grusswort an die Thurgauer Landfrauen brachte Andreas Binswanger, Präsident des Thurgauer Bauernverbandes, zum Ausdruck, welche Stellung er der Frau einräumt: «Sie ist die bessere Hälfte des Mannes». Eine festliche musikalische Umrahmung bot in Frauenfeld der Kantonalchor der Thurgauer Trachtenvereinigung. Referentin Beatrix A. Böni sprach mit humorvoller Treffsicherheit zum Thema «Weil jeder einer Wundertüte gleicht».
Nächste Woche weitere Thurgauer Landfrauentage in:
Weinfelden:
Dienstag, 17. Januar 2006, 14.15 Uhr, evangelische Kirche.
Neukirch-Egnach:
Mittwoch, 18. Januar 2006, 14.15 Uhr, evangelische Kirche.
Referentin Beatrix A. Böhni: «Warum jeder Mensch einer Wundertüte gleicht»
Warum eine Wundertüte?

Das Publikum hatte oft etwas zu lachen. (kb)
Wenn andere sich darüber wundern und staunen, was wir zu Stande bringen, wenn wir vom Gegenüber überrascht werden, zeigt sich, dass jeder Mensch eine einzigartige Wundertüte ist. «Ich werde beschenkt und andere beschenken mich», so sieht es idealerweise aus. Beatrix A. Böni vergleicht die Wundertüte Mensch auch mit einem Feuerwerk, wunderschön anzusehen, voller schöner Überraschungen. Wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort losgeht. Wird das Feuerwerk im Wohnzimmer losgelassen, gibts Ärger und Schaden.

Treffpunkt: Thurgauer
Landfrauen begrüssen sich
in der evangelischen
Kirche in Frauenfeld. (kb)
Hilfsmittel nötig
Was, wenn die Wundertüte des andern eher belastend ist oder ich mich nicht über mich selber (über meine eigene Wundertüte) freue, weil ich zu viele Nieten habe? Böni erzählt lebensnah und greift humorvoll Situationen aus dem Alltag auf: «Was, wenn man am Morgen in den Spiegel schaut und denkt: ‹Ich kenne dich nicht, aber ich wasche dich trotzdem?›». Manchmal kann es sein, dass man gar nicht genau weiss, wer man ist. Kein Wunder, es ist auch nicht möglich, das eigene Gesicht anzusehen trotz aller körperlichen Verrenkungen! Sein Gesicht, seine Identität, wer man wirklich ist. sieht man nur mit Hilfsmitteln: in einem Spiegel oder mit Hilfe anderer Menschen können wir uns selber erkennen. Da habe der Schöpfer sich wohl etwas dabei überlegt, lacht Böni.
Lebensprädikat sehr gut
Die Referentin fordert ihr Publikum auf, Begeisterung für das eigene Leben zu entwickeln. Sei doch das Leben selber ein Wunder, das sich keiner selber geben kann. Auch wenn es biologisch erklärbar ist, bleibt das Leben ein Geschenk für einen selber und für unser Gegenüber. Böni ermutigt die Frauen, sich zu veranschaulichen, welche Identität sie in Gott haben, der über jedem Leben ausspricht: «Lebensprädikat sehr gut». Daran festzuhalten, egal wie man sich fühle und was man an sich zu bemängeln habe trotz Krampfadern hat jedes Leben das Prädikat sehr gut.

Beatrix A. Böni erzählt
lebensnah und humorvoll. (kb)
Sich selber sein
Bevor David Goliath besiegen konnte, wollte ihn sein Umfeld in eine Rüstung stecken. Die Rüstung war dem Jungen viel zu gross, er konnte sich kaum noch bewegen. Dann geht er in den Kampf, so wie er ist, mit seiner Steinschleuder. Weil er das Gewöhnliche, das er hat, nimmt und damit kämpft. kann er Grosses leisten.
Wir müssen nicht anderen nacheifern, sondern daran glauben, dass wir Grosses leisten können, das meine sie mit der Originalität jeder Wundertüte Mensch, präzisiert Böni.
Über sich hinauswachsen
Ein Beispiel aus Biologie und Physik soll die Landfrauen ermutigen, über sich selber hinauszuwachsen, ohne lange darüber nachzudenken: Es machen wie die Hummeln. Wir alle wissen, die dicken Hummeln können fliegen. Physikalisch gesehen ist aber die Fläche der Flügel zu klein, um das Gewicht der Hummel zu tragen, damit sie fliegen kann. Forscher wissen bis heute nicht, warum sie fliegt. Die Hummel kann fliegen, weil sie nicht weiss, dass sie nicht fliegen kann. «Und du bist eine Wundertüte», versichert Böni ihre Zuhörerinnen, «studier nicht, warum die Hummel fliegt, sondern freue dich, weil du wunderbar geschaffen bist dann bist du eine Wundertüte!»
