Ausgabe Nummer 43 (2008)
Zäune ausserhalb der Bauzone
Zäune im Siedlungsraum sind für Wildtiere in der Regel unproblematisch. Ausserhalb
der Bauzonen können sie aber zu unüberwindbaren Hindernissen und Fallen werden.
Für Landwirte, Jäger und Behörden erstellt eine Arbeitsgruppe eine Entscheidungsgrundlage,
für welchen Zweck welcher Zauntyp idealerweise eingesetzt werden soll.
Immer mehr Zäune
Zäune werden in der Land- und Forstwirtschaft von jeher als geeignetes Mittel zum Schutz von land- und forstwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt.Aufgrund struktureller Veränderungen in der Bewirtschaftung nahm in den letzten Jahren die Verwendung von Zäunen jedoch zu. Dieser Trend hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Wildtiere. Für diese ist die offene Landschaft ein wichtiger Lebensraum. Dieser wird aber durch Strassen, Bahnlinien und eben auch Einzäunungen zerschnitten und dadurch die Bewegungsfreiheit von kleinen und grossen Wildtieren erheblich eingeschränkt.
In der Landwirtschaft werden Zäune primär zur Bewirtschaftung von Weiden eingesetzt, wozu man hauptsächlich stromführende Zäune verwendet. Zusätzlich kommen im Feld Zäune zur Abwehr von Wildschäden zum Einsatz. Im Wald dienen Zäune dazu, junge Waldbäume vor Verbiss, Fegen und Schlagen durch Wildtiere ? vor allem durch Rehe ? zu schützen.
Nicht jede Einzäunung ist für Wildtiere problematisch und nicht jeder Flurzaun untersteht der Baubewilligungspflicht. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Landwirtschaft, der Raumplanung, des Forstamtes, der Jagdverwaltung sowie Jägern ist deshalb zurzeit damit beschäftigt, Empfehlungen und Richtlinien zum Erstellen von Zäunen auszuarbeiten. Diese sollen Landwirten, Obstbauern, Tierhaltern, Jägern sowie Behörden helfen, von Fall zu Fall optimale Lösungen für die Landwirtschaft, die Landschaft, den Wald und die Wildtiere zu finden.
Rechtliche Aspekte
Mehrheitlich werden in der Landwirtschaft einfache Flurzäune verwendet, bei denen es sich nicht um baubewilligungspflichtige Vorhaben handelt. Bei Zäunen ausserhalb der Bauzone stellt sich aber doch immer wieder die Frage, ob es dazu eine Baubewilligung braucht. Dafür gibt es eine Reihe von Kriterien, wie Dauerhaftigkeit, Höhe, Ausdehnung, Trennwirkung von Landschaftskammern, Beeinträchtigung von Wildwechseln usw., die in ihrer Summe eine einheitliche Abschätzung der Baubewilligungspflicht ermöglichen. Zu beachten ist auch das Waldgesetz, das festhält, dass Vorrichtungen, welche die Zugänglichkeit des Waldes einschränken, verboten sind. Einzäunungen von Jungwald zum Schutz vor Wild sind aber zulässig.
Wildtiere und Zäune
Ob ein Zaun für Wildtiere problematisch ist oder nicht, hängt im Wesentlichen von seinem Standort und der Art des Zaunes ab.
Ein Grossteil der in der Landwirtschaft verwendeten Zäune ist unproblematisch. Dazu zählen:
Empfehlungen für die Verwendung von Zäunen Die oben erwähnte Arbeitsgruppe wird bis zum nächsten Frühjahr Empfehlungen für den Einsatz von Zäunen erstellen. Dabei wird natürlich unterschieden, für welchen Zweck ein Zaun benötigt wird.Denn je nach Anforderung ? Dauerweiden mit Mutterkuhhaltung, Schafhaltung, Schutz von Christbaumkulturen, temporärer Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais usw. ? ist ein entsprechender Zauntyp zu wählen, der sowohl der spezifischen Tierhaltung, dem Schutzaspekt als auch den Lebensraumansprüchen der Wildtiere Rechnung trägt. Sobald die Broschüre vorliegt, wird im «Thurgauer Bauer » darüber im Detail berichtet werden.
Martin Ebner, Jagd Thurgau
Immer mehr Zäune
Zäune werden in der Land- und Forstwirtschaft von jeher als geeignetes Mittel zum Schutz von land- und forstwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt.Aufgrund struktureller Veränderungen in der Bewirtschaftung nahm in den letzten Jahren die Verwendung von Zäunen jedoch zu. Dieser Trend hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Wildtiere. Für diese ist die offene Landschaft ein wichtiger Lebensraum. Dieser wird aber durch Strassen, Bahnlinien und eben auch Einzäunungen zerschnitten und dadurch die Bewegungsfreiheit von kleinen und grossen Wildtieren erheblich eingeschränkt.
In der Landwirtschaft werden Zäune primär zur Bewirtschaftung von Weiden eingesetzt, wozu man hauptsächlich stromführende Zäune verwendet. Zusätzlich kommen im Feld Zäune zur Abwehr von Wildschäden zum Einsatz. Im Wald dienen Zäune dazu, junge Waldbäume vor Verbiss, Fegen und Schlagen durch Wildtiere ? vor allem durch Rehe ? zu schützen.
Nicht jede Einzäunung ist für Wildtiere problematisch und nicht jeder Flurzaun untersteht der Baubewilligungspflicht. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Landwirtschaft, der Raumplanung, des Forstamtes, der Jagdverwaltung sowie Jägern ist deshalb zurzeit damit beschäftigt, Empfehlungen und Richtlinien zum Erstellen von Zäunen auszuarbeiten. Diese sollen Landwirten, Obstbauern, Tierhaltern, Jägern sowie Behörden helfen, von Fall zu Fall optimale Lösungen für die Landwirtschaft, die Landschaft, den Wald und die Wildtiere zu finden.
Rechtliche Aspekte
Mehrheitlich werden in der Landwirtschaft einfache Flurzäune verwendet, bei denen es sich nicht um baubewilligungspflichtige Vorhaben handelt. Bei Zäunen ausserhalb der Bauzone stellt sich aber doch immer wieder die Frage, ob es dazu eine Baubewilligung braucht. Dafür gibt es eine Reihe von Kriterien, wie Dauerhaftigkeit, Höhe, Ausdehnung, Trennwirkung von Landschaftskammern, Beeinträchtigung von Wildwechseln usw., die in ihrer Summe eine einheitliche Abschätzung der Baubewilligungspflicht ermöglichen. Zu beachten ist auch das Waldgesetz, das festhält, dass Vorrichtungen, welche die Zugänglichkeit des Waldes einschränken, verboten sind. Einzäunungen von Jungwald zum Schutz vor Wild sind aber zulässig.
Wildtiere und Zäune
Ob ein Zaun für Wildtiere problematisch ist oder nicht, hängt im Wesentlichen von seinem Standort und der Art des Zaunes ab.
Ein Grossteil der in der Landwirtschaft verwendeten Zäune ist unproblematisch. Dazu zählen:
- Nicht auf Dauer angelegte Zäune, sofern der unterste Draht mehr als 25 cm ab Boden ist (solche Zäune sind für kleinere Wildtiere durchlässig)
- Kleinräumige, nicht durchlässige Einzäunungen (zum Beispiel Hühnergehege)
- Temporäre Elektrozaun-Weidenetze (Flexinetzäune), sofern diese nicht an wildsensiblen Standorten (Waldnähe, Wildwechsel, Verkehrsweg usw.) und in gutem Zustand sind (geschlossen, keine Löcher, nicht durchhängend)
- Zäune, welche für grösseres Wild undurchlässig sind (Knotengitter- und Maschdrahtzäune)
- Zäune, die ganzjährig unter Strom stehen (mit und ohne Weidetiere)
- Offene Zäune und Zäune in schlecht unterhaltenem Zustand (Löcher im Zaun, angefaulte Zaunpfähle, durchhängende Drähte)
- Stacheldrahtzäune
- «Power-Zäune», das heisst Zäune mit sehr hoher Spannung und Impulsenergie
Empfehlungen für die Verwendung von Zäunen Die oben erwähnte Arbeitsgruppe wird bis zum nächsten Frühjahr Empfehlungen für den Einsatz von Zäunen erstellen. Dabei wird natürlich unterschieden, für welchen Zweck ein Zaun benötigt wird.Denn je nach Anforderung ? Dauerweiden mit Mutterkuhhaltung, Schafhaltung, Schutz von Christbaumkulturen, temporärer Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais usw. ? ist ein entsprechender Zauntyp zu wählen, der sowohl der spezifischen Tierhaltung, dem Schutzaspekt als auch den Lebensraumansprüchen der Wildtiere Rechnung trägt. Sobald die Broschüre vorliegt, wird im «Thurgauer Bauer » darüber im Detail berichtet werden.
Martin Ebner, Jagd Thurgau

