Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
21. September 2018


Zahlungsmoral nach wir vor gut

Ausgabe Nummer 17 (2015)

Generalversammlung GLIB in Weinfelden: Verwaltungsrat wurde bestätigt

Weniger Betriebe melken im Thurgau mehr Milch als in den Vorjahren.

Wie Landwirt Markus Gubler, Präsident der Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfen (GLIB), in seinem Jahresrückblick erläuterte, hat die GLIB im vergangenen Jahr ihre Mittel den Bauernfamilien wieder zielgerichtet im Rahmen des Gesetzes zur Verfügung gestellt. Sie hat im Jahr 2014 für rund 16,0 Millionen Franken neue Investitionskredite bewilligt, zirka drei Millionen weniger als im Vorjahr. Der Rückgang sei damit zu begründen, dass ab 1. Januar keine Photovoltaikanlagen unterstützt werden, dies habe zu einem erheblichen Gesuchsrückstand bei den Diversifizierungen geführt. Ebenfalls habe die GLIB beim Bund 7,8 Millionen Franken (Vorjahr 5,9 Millionen) neue Mittel abrufen können. Die Aufgabe der GLIB sei es, mit zinslosen, rückbezahlbaren Krediten die Strukturanpassungen zu erleichtern und Betriebe zukunftsgerichtet zu unterstützen.

893 Milchproduzenten weniger
Laut Gubler haben in der Schweiz noch nie so wenig Betriebe so viel Milch produziert wie 2014. Die abgelieferte Menge liegt zwei Prozent über dem Rekordjahr 2011, was zu Preissenkungen geführt habe. Der Strukturwandel in der Milchwirtschaft sei ungebrochen. 2014 habe die Anzahl Milchproduzenten um 893 Betriebe abgenommen, mehr als zwei Betriebe pro Tag gaben die Milchproduktion auf. «Die Betriebe, welche wir unterstützen, melken nach dem Umoder Neubau rund 430 000 Kilogramm Milch, das ist mehr als doppelt soviel wie der Schweizer-Durchschnitt », stellt Gubler fest.

Zahlungsmoral wird gelobt
Werner Ausderau, Geschäftsführer GLIB, stellte fest, dass von den 73 eingereichten Gesuchen 71 bewilligt wurden. Dem Bundesamt für Landwirtschaft wurden 25 Gesuche für Investitionskredite (Vorjahr 24) unterbreitet. Dabei handelt es sich um Investitionskredite von über 350 000 Franken sowie um ein kombiniertes Gesuch mit Bundesbeiträgen im Berggebiet. Laut Ausderau sind die GLIB-Darlehen weiterhin zu über 99 Prozent mit Grundpfandsicherheiten abgedeckt. Die restlichen Darlehen sind bei den Pächtern über Bürgschaften der Schweizerischen bäuerlichen Bürgschaftsgenossenschaft in Brugg sowie juristischen Personen über Solidarbürgschaften abgesichert. Der Gesuchseingang bei den Starthilfen liegt im gleichen Rahmen wie letztes Jahr. 13 Junglandwirte konnten als Eigentümer, acht als Pächter und zehn über eine Generationgemeinschaft in die Landwirtschaft einsteigen. Ausderau betonte, dass die Zahlungsmoral der Bauernbetriebe nach wie vor sehr gut sei.

Schnyder und Hausammann mahnen zur Vorsicht
Regierungsrat Kaspar Schläpfer lobte die gute Führung der GLIB, dies sei für die Thurgauer Landwirtschaft wichtig. Ruedi Schnyder, Präsident Thurgauer Milchproduzenten, und Nationalrat Markus Hausammann, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, stellten fest, dass die Bauern immer mehr zu Einzelkämpfern werden. Wichtig sei, dass die Bauern in finanziellen Fragen von einer guten Beratung profitieren.


Mario Tosato




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