Ausgabe Nummer 7 (2005)
Zeit, ein Buch zu schreiben
| Zwei währschafte Bauersleute wollen die Freizeit geniessen | |||||||||
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Zeit, ein Buch zu schreiben
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| Nach 22 Jahren Pacht und 19 Jahren Betriebsleiter geben Josef und Marlies Mettler den Gutsbetrieb Buhwil aus Altersgründen auf. Am letzten Samstag wurde das Zuchtvieh und die Fahrhabe versteigert. | |||||||||
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| Am letzten Samstag, gegen 9 Uhr, strömten, Bauern, Milchproduzenten, Viehhändler aus der ganzen Schweiz auf den Gutsbetrieb Buhwil (im Besitz der Kirchgemeinden, Dussnang, Fischingen und Au), oberhalb von Fischingen, der von Josef und Marlies Mettler gepachtet wurde. Just zu diesem Zeitpunkt verabschiedete sich die Bäuerin, um das Treffen zwischen den Kantonsrätinnen und Kantonsräten mit den eidgenössischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus dem Hinterthurgau zu leiten. Als ehemalige CVP-Kantonsrätin werde ihr Herz wohl immer für die Politik ticken, schmunzelt Marlies Mettler. Am Rande der Zuchtvieh- und Fahrhabeversteigerung erklärte sie, dass die Aufgabe des Pachtbetriebs bereits beim Antritt, vor 22 Jahren, voraussehbar gewesen sei. Vor der Pacht war Josef Mettler während 19 Jahren Betriebsleiter auf dem Gutsbetrieb gewesen. Ihrem Mann Josef, ihren drei erwachsenen Töchtern und drei Söhnen sei daher immer bewusst gewesen, dass sie den Betrieb am 30. April 2005 verlassen und in Eschlikon ihre viereinhalb Zimmerwohnung beziehen werden. Die Wohnlage in Buhwil, leicht über der Nebeldecke, sei einmalig. Auch die Wohnqualität sei sehr gut. Wie Marlies Mettler glaubt, werden vor allem die sechs Kinder und fünf Grosskinder den Bauernbetrieb vermissen. Mulmiges Gefühl In den letzten Wochen wurden die Gerätschaften, Traktor, Ladewagen, Motormäher, Jaucheverteiler und vieles andere mehr für die Fahrhabeversteigerung bereitgestellt. Dabei habe sie zusammen mit ihrem Ehemann Josef festgestellt, dass im Verlaufe der Jahre zu diesen Gerätschaften eine eigentliche Beziehung aufgebaut wurde, erzählte Marlies Mettler. Josef Mettler meinte, dass er am Samstagmorgen schon ein mulmiges Gefühl hatte, als ihm bewusst wurde, dass er seine Kühe, nach fast 50 Jahren, zum letzten Mal melke. Die Fahrhabe wurde von Gantrufer Bruno Furrer zu guten Preisen verkauft. Furrer stellte fest, dass sich der Viehbestand in einem sehr guten Zustand befand. So konnten alle Kühe, Rinder und Kälber der Rasse Brown-Swiss verkauft werden. Die teuerste Kuh wurde für 3600 Franken gelöst. Alle halfen mit Mettlers erwachsene Kinder waren ebenfalls an der Versteigerung beteiligt. So auch Bea Mettler, die ehemalige Fussball Internationale und mit dem FC Schwerzenbach Schweizer-Cup-Siegerin 2003, half Würste braten. Heute spielt sie bei den Frauen des FC St. Gallen. Lächelnd meint sie, dass die Ehefrauen ihrer Brüder und ihr Freund fast mehr mit Wehmut erfüllt seien als die Familie selbst. Langeweile kommt nicht auf Wie Josef und Marlies Mettler erklären, werden sie nun den Umzug nach Eschlikon vorbereiten. Langweilig wird es den beiden nie. Marlies Mettler wird sich wohl immer für Politik interessieren. Seit geraumer Zeit macht sie sich auch Notizen über den politischen Alltag, denn eines Tages will sie einen ihrer Träume verwirklichen und ein Buch schreiben. Josef Mettler will wieder vermehrt Sport treiben. Zudem steht er gerne am Kochherd und verwöhnt seine Familie mit eigenen Spezialitäten. Übereinstimmend meinen die beiden, dass sie künftig die Freizeit geniessen werden. Für die Zukunft wünschen sie sich vor allem eine gute Gesundheit. Mario Tosato |
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