Ausgabe Nummer 28 (2008)

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Zu Besuch bei den Imkern

Der Verband Thurgauer Bienenzuchtvereine, das Landwirtschaftsamt und das Kantonale Labor informierten über Honigkontrollen, die durch den Einsatz von Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung nötig wurden.

«Im Kanton Thurgau liegt die Honigproduktion bei rund 80 Tonnen. Deshalb ist es verständlich, dass die Imker ungeduldig auf die Honigproben warten», erklärte der Präsident der Thurgauer Bienenzuchtvereine auf einer Medienfahrt des Informationsdienstes des Kantons Thurgau. Die Honigproben interessieren aber auch die Konsumenten, deshalb wolle man die Öffentlichkeit laufend informieren, ergänzte Hans Stettler vom Landwirtschaftsamt Thurgau.
Nach Stettlers Angaben wurden im Kantonalen Laboratorium per 8. Juli 649 Honigproben einer Untersuchung unterzogen. In 411 Proben war kein Streptomycin nachweisbar. In sechs Fällen lag der Streptomycingehalt über dem vom Verband Deutschweizer und Rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB) und dem Schweizerischen Obstverband (SOV) festgelegten Interventionswert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Honig. Nach Stettlers Angaben ist das Resultat von 232 Proben des zeitaufwendigen Zweituntersuchs noch ausstehend.

Bienenhalter und Obstbauern wurden informiert
Im Thurgau hat das Landwirtschaftsamt am 11. April alle Bienenhalter mit einem Merkblatt über die bevorstehende Streptomycin-Kampagne informiert. Gleichzeitig wurden alle Bienenhaltungsstandorte im Thurgau ermittelt und im geografischen Informationssystem des Kantons Thurgau (ThurGIS) erfasst. Parallel dazu wurden alle zur Behandlung vorgesehenen Kernobstanlagen im ThurGIS eingefärbt. Dieses aufwendige Vorgehen diente den Obstbauern und Bienenhaltern zur gegenseitigen Kontaktaufnahme und ermöglichte dem Landwirtschaftsamt, diejenigen Bienenhaltungsstandorte zu ermitteln, von denen Honig untersucht werden musste. Wie Stettler sagte, hat das Landwirtschaftsamt 17 Honigprobenehmer angestellt und bereitete sie in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Laboratorium auf ihre Aufgabe vor. Einer der Probenehmer, Walter Zellweger, erklärte, dass die Imker für dieses Honigkontrollen grosses Verständnis zeigten. Schliesslich gehe es auch um das Image des Schweizer Bienenhonigs.

Sichere Honiganalyse gewährleistet
Wie Kantonschemiker Christoph Spinner feststellte, untersucht das Kantonale Laboratorium die Honigproben im Auftrag des Thurgauer Landwirtschaftsamtes. Die Streptomycinanalysen erfolgen in einer engen Zusammenarbeit zwischen den Kantonalen Laboratorien der Ostschweiz. So werden Honigproben aus den Ostschweizer Kantonen in einer Erstuntersuchung im Kantonalen Laboratorium in Frauenfeld in einem relativ schnellen Screening-Verfahren (Charm-Test) geprüft. Mit diesem Screening-Verfahren seien eindeutig negative Befunde (kein Streptomycin nachweisbar) verlässlich bestimmbar. Damit können die unbelasteten Proben aussortiert werden, bekräftigte Spinner. Proben mit unklarem Ergebnis im Screening-Verfahren («verdächtige») werden in einer Zweituntersuchung im Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz St.Gallen mit einem aufwendigeren und teureren Verfahren (LC-MSMS) untersucht. «Nur so ist eine verlässliche positive Bestimmung von Streptomycin möglich»,sagte Spinner.

Mario Tosato


Imker infomierten über ihre Arbeit. (tos)
Imker infomierten über ihre Arbeit. (tos)