Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Zucchini der zarte Sommergenuss

Ausgabe Nummer 22 (2015)

Gartentipps vom Fachmann

Die Zucchini ist eine wunderbar wandlungsfähige Gemüsesorte und deshalb sehr beliebt in der Küche. Sie lässt sich für Beilagen und Hauptgerichte verwenden und sogar im Dessert einsetzen. Die Quadratmetergrosse Blattrosetten mit riesigen, meist fünflappig gebuchteten, am Rand gezähnten Blättern mit silbriger Marmorierung sind im Nutzgarten ein Blickfang.

Pflanzen, Düngen, Giessen, Ernte
Im Zentrum der Pflanze bilden sich bis handgrosse, gelb leuchtende Blüten, später über Wochen hinweg walzenförmig bis Runde Früchte aus. Der in der Regel rosettenförmige Wuchs beruht auf den extrem kurzen Internodien, der niederliegende Trieb wird selten einen Meter lang. Im Garten pflanzt man ohne Risiko nach den Eisheiligen. Drei Wochen vorher erfolgt die Aussaat in Einzeltöpfe bei zunächst warmen 20 bis 24 °C. Nach der Keimung werden die Pflänzchen an einen hellen kühlen Ort gestellt. Jede Zucchini-Pflanze braucht bei guter Wasser- und Nährstoffversorgung 1 m2 Platz. Die Düngung führt man am besten schon vor der Pflanzung aus. Drei Liter Kompost und zirka 150 Gramm Hornmehl pro Stock lässt sie üppig spriessen da sie ja zu den Starkzehrern gezählt werden. Im Hochsommer brauchen die Zucchinipflanzen reichlich und regelmässig Wasser. Am besten mit einer Giesslanze das Wasser direkt an die Pflanze geben. Will man die Ernte verfrühen kann vor der Pflanzung der Boden mit einer schwarzen Mulchfolie oder Mulchpapier abgedeckt werden. Dies erwärmt den Boden in der Pflanzreihe. Abdeckvlies wird spätestens zu Beginn der Blüte entfernt. Wenn wenig Probleme mit Schnecken bestehen, können Zucchini auch direkt ins Beet gesät werden. Man legt pro Quadratmeter zwei Körner und lässt nach der Keimung die kräftigere Pflanzen stehen. Der Fruchtansatz erfolgt etwa fünf bis sechs Wochen nach der Pflanzung. Zuvor erscheinen jedoch, vor allem bei kühler Witterung, eine ganze Reihe männlicher Blüten. Wer sie entfernt, beschleunigt keineswegs den Ansatz von weiblichen Blüten. Wesentlich wirksamer für einen reichlichen Fruchtansatz ist die frühzeitige Ernte junger Früchte schon bei 12 bis 15 cm Länge. Junge Früchte sollte man möglichst frisch verwerten da sie sonst schnell welken und an Geschmack verlieren.

Pflanzenschutz
Jungpflanzen sind bei Schnecken beliebt, und bei feuchter Witterung machen sie sich über die jungen Früchte her. Vorbeugend die Schnecken einsammeln oder einen Schneckenkragen um die Jungpflanzen legen ist von Vorteil. Fruchtfäule (von der Spitze) wird weniger durch Feuchtigkeit in Resten der Blüte verursacht. Meistens ist Überdünung mit Stickstoff, besonders in Verbindung mit unzureichender Wasserversorgung, die Ursache der sogenannten Blütenfäule. Der richtige Mehltau tritt meistens im Spätsommer auf. Die Differenz zwischen Tag- und Nachttemperatur ist gross. Der Tau bleibt dann länger auf den Blätter liegen und bildet ideale Bedingungen für das Ausbreiten von Krankheiten. Hier empfiehlt es sich, verwelkte Blätter sofort zu entfernen oder Ende Juli einen zweiten Satz an Pflanzen zu kultivieren.


BBZ Arenenberg,
Daniel Brogle










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