Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Züchtertagung von swissherdbook Ost in Wülflingen

Ausgabe Nummer 46 (2014)

Fleckviehzüchter über Veränderungen informiert

Am traditionellen November-Züchterabend von swissherdbook Ost in Wülflingen standen nebst den Stierangeboten Neuigkeiten aus dem Zuchtprogramm und Dachverband im Fokus.

Jeweils im November lädt swissherdbook Ost seine Mitglieder nach Wülflingen ein, um über das Stierenangebot und die Verbandsangelegenheiten zu informieren. «Wir stellen fest, dass die Milchleistungen im letzten Milchjahr 2013 bis 2014 stagnierten oder leicht abnahmen», hielt Marcel Egli von swissherdbook in seinem Kurzreferat fest. Die Gründe sieht er besonders in der eher schlechten Raufutterqualität. Es gab aber auch durchaus sehr Erfreuliches zu berichten. Die Statistik der Zellzahlen zeigen stark nach unten, was Egli nicht zuletzt auch auf Zuchterfolge zurückführt. Er erinnerte daran, dass betreffend dem Stichtag für die Herdebuchzählung neu der 30. November massgebend sein wird. Zudem werden Anfang 2015 die Verbindungspersonen als Bindeglied zwischen Zuchtverband und Zuchtgenossenschaften nicht mehr eingesetzt. «Wir haben sie 2002 mit der Einführung der Tierverkehrsdatenbank (TVD) eingeführt, als die Zuchtbuchführer aufgrund des neuen Systems überflüssig wurden. Heute verursachen diese Verbindungspersonen Kosten von 60 000 Franken », so Egli.
Der Verband hat sich bei seinem Entscheid nicht zuletzt auch auf eine Umfrage im vergangenen Jahr bei den VZG-Präsidenten gestützt. Zwei Drittel der Mitglieder beanspruchen die Dienste dieser Personen selten bis nie. Rund die Hälfte hinterfragen gar deren Aufgaben. «Wir stellen fest, dass die Züchter direkt bei uns in Zollikofen anrufen», so Egli. Die Verbandsspitze will aber den direkten Kontakt mit den Züchtern ausbauen. «Wir wollen mit gut ausgebildeten, engagierten Mitarbeitern vor Ort präsent sein, engagierte ehemalige Verbindungspersonen können aber auch zum Einsatz kommen», kündigte Egli an. Neu werden Werbeprämien für Neumitglieder allen Züchtern ausgerichtet.
Mit Blick auf die exakte Erfassung der Gesundheitsdaten machte Egli deutlich, dass es einen enorm grossen Datensatz braucht, damit man eine ideale Basis für die zukünftige Zuchtwertschätzung erhält. Erste Auswertungen nach einem Jahr erlauben schon erste Aussagen und Schlüsse. «Häufige Abgangsgründe sind Eutergesundheit und Fruchtbarkeit», so Egli. Seit Anfang November läuft die neu eingeführte Zuchtberatung. Der Nutzen für den Züchter besteht darin, dass eine Analyse der Zuchtdaten erfolgt. Ein Zuchtziel und eine Zuchtstrategie werden erarbeitet, durch professionelle Beratung wird auch Zeit gespart.
Bereits werfen ein Grossanlass und ein Jubiläum ihre Schatten voraus. Vom 16. bis 19. April 2015 findet in Thun der 31. europäische Simmertaler Fleckviehkongress in Verbindung mit der Eursimmental statt. Vom 2. bis 4. Oktober feiert der nationale Dachverband swiss Herdbook in Zollikofen sein 125-jähriges Bestehen.

Sichere Trächtigkeitsuntersuchung
«Die Fertalys-Trächtigkeitsuntersuchung ist ein voller Erfolg», bilanzierte Egli die erfolgreiche Startphase. Die Trächtigkeitsuntersuchung erfolgt über die Milch. Die Untersuchung ist 28 Tage nach der Besamung und mindestens 60 Tage nach der Abkalbung möglich. Dieses gemeinsam von den verschiedenen national tätigen Zuchtverbände getragene Verfahren liefert beste Resultate, die Analysen bieten eine Sicherheit von 98 bis 99 Prozent. «Das System ist preiswert, stressfrei für die Kuh und risikofrei für den Embryo. Der Befund wird zudem schnell mittels SMS oder E-Mail mitgeteilt», führte Egli aus.

Stiereninformationen
«Wir liefern unseren Kunden mit dem Katalog auch umfassende Daten, welche Aufschluss über die Zuchtwerte hinaus geben», hielt Urs Wichser von Select Star fest. So ist auf ersten Blick erkennbar, ob bei den angebotenen Stieren die Samendosen gesext sind, es sich um einen hohen genomischen Zuchtwert handelt oder ob die Kälber entweder zu 50 oder gar zu 100 Prozent hornlos auf die Welt kommen. Zudem zeigen weitere Symbole auf, ob der Stier auf Biobetrieben eingesetzt werden kann oder gar empfohlen wird.
«Vermehrt spielt der Weide-Index eine immer wichtigere Rolle», stellte Jürg Stoll von swissgenetics fest. Aus dem entsprechend im Katalog festgehaltenen Zeichen kann der Züchter auch auf Töchtergesundheit und Geburtsverlauf schliessen.


Roland Müller




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