Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Zukunft der Dieselmotoren im Fokus

Ausgabe Nummer 47 (2016)

An der Jahresveranstaltung der Kommission Landtechnik des Verbands Thurgauer Landwirtschaft konnten über 100 Teilnehmer begrüsst werden. Im Zentrum standen Dieselmotoren und ihre Zukunft.

Über den Grossaufmarsch ihrer Mitglieder freuten sich Hansjörg Uhlmann, Präsident der Kommission Landtechnik (Verband Thurgauer Landwirtschaft), und Geschäftsführer Markus Koller. Armin Göldi, Amriswil, wurde als neues Vorstandsmitglied vorgestellt. Koller wies in seinem Jahresrückblick auf die Höhepunkte hin, den Badeferien in Bad Birnbach, der Besuche der Firma Kramer in Pfullendorf (D) und dem Bodenseewasseraufbereitungswerk in Sipplingen (D) sowie der Reise ins Burgund (F). Als gefragte Dienstleistungen nannte der Geschäftsführer die Obstsprayertests, die Feldspritzentests, das Schätzen der Maschinen und die Elektroinstallationskontrollen. Wichtig sei auch die Verkehrsschule mit Traktorenvorbereitungskursen, Verkehrsunterunterricht, Grundkursen für Motorräder, Basistheorie und Staplerkursen. Als weiteren Höhepunkt nannte er den Anlass «Mit Anhänger sicher unterwegs», in Zusammenarbeit mit der Agrar Landtechnik AG in Balterswil, Strassenverkehrsamt TG und der Kantonspolizei TG. Auch im kommenden Jahr sind Reisen, Besichtigungen, Obstsprayertests und Feldspritzentests, Maschinen schätzen und Verkehrsschule vorgesehen. Als Höhepunkte für das Jahr 2017 wurden die Besichtigungen der Steffen-Ris AG, Früchte und Gemüsetransporte und Abpackerei in Bätterkinden, die Firma Aebi in Burgdorf sowie eine Reise nach Schweden genannt.

Norwegen als Beispiel
Im Anschluss an die Informationen der Kommission Landtechnik informierte Marco Landis, Agroscope Tänikon, über die Zukunft der Dieselmotoren. Als Beispiel nannte er Norwegen, wo nach 2025 die neuen Personenwagen, Stadtbusse und leichte Lieferwagen Null-Emissionsfahrzeuge (Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge) sein müssen. Ab 2030 sollen in Norwegen neue schwere Lieferwagen, 75 Prozent der Fernbusse und 50 Prozent der Lastwagen nach Landis Aussagen Null-Emissionfahrzeuge sein. Wie der Referent ausführte, ist Dieselruss auch in der Schweiz immer noch ein Problem. Ein Traktor mit Baujahr 2000 hat pro Stunde gleiche Pm-Emissionen wie 92 zukünftige Traktoren mit Baujahr 2020. Landis sprach von grossen Erfolgen bei der Emissionsminimierung und wies darauf hin, dass auch Autos immer sparsamer werden, was man von Traktoren noch nicht sagen könne.

Unterschiedliche Technologien zur Emissionsreduzierung
Landis stellte fest, dass die Hersteller unterschiedliche Wege zur Emissionsreduzierung gehen. Eine Variante zur Reduktion der Stickoxide ist der Einsatz einer Abgasrückführung. Das rückgeführte Abgas weise einen geringeren Sauerstoffanteil auf und nehme nicht mehr aktiv an der Verbrennung teil, wodurch die Verbrennungstemperatur sinke und weniger Stickoxide NOx entstehe. Zur Reduktion der Partikel kommen Partikelfilter DPF zum Einsatz, welche die ultrafeinen Dieselrusspartikel aus dem Abgas filtern. Zur nachträglichen Reduktion der Stickoxide NOx werden SCR-Systeme eingesetzt, bei denen eine wässrige Harnstofflösung ins Abgas eingedüst werde und dort die NOx reduziere.

Dieselmotoren bleiben weiterhin Antriebsquelle von Traktoren
Abschliessend stellte Landis fest, dass die Abgasgrenzwerte mit den Stufen IIIB, IV und massiv verschärft wurden oder noch verschärft werden, was eine Abgasnachbehandlung mit DPF oder SCR notwendig mache. Spätestens mit Stufe V werden beide Systeme notwendig, womit die Anforderungen an Treibstoff- und Ölqualität steigen. Der Bauraum für Motor und Abgasnachbehandlung werde ebenfalls grösser. Landis glaubt, dass Dieselmotoren auch in den nächsten Jahren die primäre Antriebsquelle von Traktoren bleiben. Alternativen wie Gastraktoren, Wasserstofftraktoren oder Elektroantriebe befinden sich aber in Entwicklung.


Mario Tosato







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