Ausgabe Nummer 26 (2005)

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Zukunft für den MIBD Thurgau weiterhin ungewiss

201 Milchproduktionsbetriebe mussten nachkontrolliert werden

Zukunft für den MIBD Thurgau weiterhin ungewiss

Die Zukunft des Milchwirtschaftlichen Inspektions- und Beratungsdienstes (MIBD) Thurgau bleibt weiterhin ungewiss. Fett- und Eiweissgehalt konnte gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden.

Bei der QK der Verkehrsmilch waren bei der Keimbelastung 99 Prozent ohne Beanstandung. (tos)

Nach Angaben von Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau, wurde auf Bundesebene die Neuausrichtung des Milchwirtschaftlichen Inspektions- und Beratungsdienstes (MIBD) erstmals im 2003 diskutiert und die Herauslösung der Qualitätskontrolle der Verkehrsmilch aus dem MIBD eingeleitet. Der erste Vorschlag, die QK bereits auf den 1. Mai 2004 auszugliedern und zu privatisieren, fand in der Vernehmlassung zu wenig Anhänger. Auf Grund dieser Situation beauftragte das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) drei Arbeitsgruppen mit dem Auftrag, die künftigen Aufgaben für die QK der Verkehrsmilch, für die QS-Inspektion und für die Beratung separat zu erfassen und zu umschreiben sowie einen Vorschlag für die Finanzierung vorzulegen. Diese Arbeiten konnten im Herbst 2004 abgeschlossen werden. Wie Stettler erklärt, läuft zurzeit ein Anhörungsverfahren betreffend die Übernahme des EG-Hygienerechts im Lebensmittelbereich und die Neustrukturierung des Verordnungsrechts zum Lebensmittelgesetz.

MIBD Ostschweiz?

Unter diesen Umständen wurde die Milchqualitätsverordnung erneut überarbeitet. Laut der neusten Mitteilung vom BVET soll die QK der Verkehrsmilch vom bisherigen MIBD losgelöst und in einem Labor durchgeführt werden. Die Finanzierung der QK der Verkehrsmilch soll weit gehend vom Bund finanziert werden. Die bisherigen QS-Inspektionen sollen die Kantone übernehmen und auch finanzieren. Die Beratungsaufgaben wären dann Sache der Branche. Die Ostschweizer sind mit dieser Ausgangslage nicht glücklich, betont Stettler. Die bisherigen Synergien, die innerhalb des heutigen MIBD genutzt werden konnten und eine entsprechende Effizienz und Kostengüns-tigkeit ermöglichten, würden dadurch wegfallen. Aus diesem Grund haben die Träger des MIBD Thurgau, St. Gallen/Appenzell und der Nordostschweiz eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag gebildet, eine Lösung zu finden, um die Aufgaben der Inspektion, Beratung und Dienstleis-tungsuntersuchungen weiterhin im gemeinsamen Rahmen zu lösen. Im Vordergrund steht ein Zusammenschluss der drei MIBD zu einem MIBD Ostschweiz. Stettler hofft im Interesse aller Beteiligten, dass dieses Vorhaben gelingen wird.

70 Milchproduzenten weniger

In diesen Tagen wurde der Jahresbericht 2004 des MIBD Thurgau veröffentlicht. Im Berichtsjahr wurden 170892 Analysen vorgenommen. Bei der QK der Verkehrsmilch waren bei der Keimbelastung 99 Prozent ohne Beanstandung. Die Zahl der für die QK erhobenen Milchproben nahm gegenüber dem Vorjahr um 972 ab. Dies entspricht einem Rückgang von rund 70 Milchproduzenten. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil an Proben betreffend Zellgehalt, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllten, leicht ab. Im Berichtsjahr wurden 94,8 Prozent der Proben nicht beanstandet, im Vorjahr 95,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr nahmen im 2004 der durchschnittliche Gehalt an Fett um 0,01 Prozent und der Eiweissgehalt um 0,05 Prozent zu. Diese Zunahme dürfte auf sehr gute Futterverhältnisse zurückzuführen sein.

Mario Tosato

201 Nachkontrollen
Von den 830 inspizierten Milchproduktionsbetrieben wurde im Berichtsjahr in 97 Betrieben die Inspektion unangemeldet durchgeführt. In der Regel stellen die Inspektoren bei unangemeldeten Kontrollen mehr Mängel fest als bei vorangemeldeten. Nicht selten sind die Aufzeichnungen, die ein Milchproduzent nachführen muss, lückenhaft. Die heute verlangte Rückverfolgbarkeit ist noch nicht in allen Bereichen sichergestellt. Deshalb musste in 201 Betrieben eine Nachkontrolle vorgenommen werden, um zu prüfen, ob die festgestellten Mängel behoben wurden. (tos.)