Welches Label für meinen Betrieb?
Ausgabe Nummer 50 (2003)
Zusammenstellung der wichtigsten Label im Fleischbereich
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Vergleich der wichtigsten Programme für Fleisch |
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| QM-Schweizer Fleisch, IP-Suisse, M7, CNP, Agri Natura ..., die Anzahl der Fleischlabel ist gross, das richtige auszuwählen für den Landwirten nicht einfach. Welche Anforderungen werden verlangt, wie hoch sind die Kosten, wie viel ist der Mehrerlös? Angekündigt war es schon lange, bei den Schweinen wird es seit bald zwei Jahren umgesetzt und nun wird es auch beim Rindvieh vollzogen: Tiere aus konventioneller Produktion (kein Label, keine Bestätigung von QM-Schweizer Fleisch) werden nur noch mit einem Abzug von zehn bis dreissig Rappen pro Kilogramm Schlachtgewicht angenommen. Die Verunsicherung unter den Landwirten ist gross. Viele wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Lohnt es sich wegen einigen wenigen Schlachtkühen und Mastkälbern in einem Label mitzumachen? Dieser Artikel und die dazugehörende Gegenüberstellung der wichtigsten Label im Schweizer Fleischmarkt sollen etwas Klarheit in den Labelsalat bringen. Insbesondere soll geklärt werden, welche Betriebe sich noch für das QM-Schweizer Fleisch anmelden müssen und welche nicht. ÖLN: Basis aller Label Basis aller Label ist die Erfüllung des Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN), der 1999 die Integrierte Produktion (IP) als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen ablöste. Ebenso wird die Einhaltung der Tierschutzgesetzgebung vorausgesetzt. Viele Label stützen sich auch auf die staatlichen Programme RAUS (Regelmässiger Auslauf von Nutztieren) und BTS (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) ab. Hohe Anforderungen Die höchsten Anforderungen an die Produktion stellen kagfreiland und Bio-Suisse, wobei kagfreiland mit seinen Richtlinien noch weiter geht und beispielsweise deutlich höhere Stall- und Auslaufflächen verlangt. Zwei sehr spezifische Label werden durch die Schweizerische Vereinigung der Ammen- und Mutterkuhhalter (SVAMH) angeboten. Natura-Beef steht einzig für Kälber aus Mutterkuhhaltung offen. Für Bio-betriebe wird auch das Label Natura-Beef-Bio angeboten. Auf der anderen Seite setzen sie mit der Dachmarke SwissPrimGoumet neben tierfreundlicher Haltung und natürlicher Fütterung vor allem auf eine sehr gute Fleischqualität. Darum können in diesem Programm nur Tiere abgesetzt werden, wo zumindest der Vater einer speziell geeigneten Fleischrasse angehört. SwissPrimGourmet wird in der Produktion unterschieden in SwissPrimBeef (Rindvieh), SwissPrimPorc (Schweine) und SwissPrimLamb (Lamm). |
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Wie finde ich das richtige Label? |
| Unterschiedliche Kontrollen Die übrigen Label IP-Suisse, M7, Agri Natura und Coop Naturaplan stellen in etwa die gleichen Anforderungen, wobei die beiden letztgenannten bei einzelnen Tierkategorien noch etwas höhere Ansprüche stellen. Ein wichtiger Unterschied besteht bei der Durchführung der Kontrollen. M7 und IP-Suisse werden in der Regel durch die kantonalen Kontrollstellen überprüft, entsprechend ist eine Koordination mit den staatlichen Programmen ÖLN, RAUS und BTS möglich. Agri Natura hingegen lässt seine Betriebe durch den Anicom- Kontrolldienst und CNP durch den Schweizer Tierschutz kontrollieren. QM-Schweizer Fleisch Keine Anmeldung für das QM-Schweizer Fleisch brauchen alle Labelproduzenten der Programme IP-Suisse, Agri Natura und M7. Mit den gesamtbetrieblichen Anforderungen an die Nutztierhaltung erfüllen sie für alle Tiere auf dem Hof die QM-Anforderungen und erhalten die entsprechende Bestätigung direkt von der Label-Organisation. Eine Ausnahme bilden die M7-Produzenten, welche ausschliesslich beim M7-Programm für Schlachtkühe teilnehmen. QM-Anerkennung nur für Labeltiere Demgegenüber erfüllen bei Natura-Beef und SwissPrimGourmet nur die kontrollierten Tierkategorien die QM-Anforderungen. Coop Naturaplan (CNP) arbeitet nicht mit QM-Schweizer Fleisch zusammen, deshalb werden keine QM-Bestätigungen für Tiere von CNP-Betrieben ausgestellt. Biobetriebe können auf Wunsch bei der ordentlichen Biokontrolle zusätzliche Punkte mitkontrollieren lassen, damit eine QM-Auszeichnung ausgestellt werden kann. Dies ist allerdings nur dann nötig, wenn der Betrieb einen Teil seiner Schlachttiere nicht als Biotiere vermarkten kann. Vereinfachtes Verfahren für Verkehrsmilchproduzenten Um eine zusätzliche Kontrolle zu vermeiden, steht Verkehrsmilchproduzenten, welche den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) erbringen und der Qualitätssicherung Milch (QS-Milch) unterstehen, die Möglichkeit offen, für die Kategorie Rindvieh im vereinfachten Verfahren ins QM-Schweizer Fleisch aufgenommen zu werden. Diese Betriebe dürfen allerdings nur Tiere zur Schlachtung bringen, welche vorwiegend aus der eigenen Aufzucht stammen. Mathias Roth, St. Gallischer Bauernverband |
Zusammenstellung der wichtigsten Label im Fleischbereich (PDF 14KB) Zusammenstellung der wichtigsten Label im Fleischbereich (Excel 27KB) |
