Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Zweiter Buntbrachentag im Kanton Thurgau

Ausgabe Nummer 34 (2016)

Am 2. September findet in Ermatingen der zweite Buntbrachentag im Kanton Thurgau statt. Neben der Besichtigung von diesjährigen und älteren Buntbrachen werden verschiedene fachliche Themen wie Ansaatempfehlungen, Pflegemassnahmen und «Nutzen/Nutzung von Brachen» behandelt.

Buntbrachen sind mehrjährige mit einheimischen Wildkräutern eingesäte Flächen. Von Frühling bis Herbst besteht ein stetiges Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten. Buntbrachen fördern Bestäuber wie Wildbienen und verbessern so die natürliche Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen in der Umgebung und ausserdem fördern sie andere Nützlinge.
Sie bieten zahlreichen Tieren Nahrung, Unterschlupf und Nist- beziehungsweise Brutgelegenheit und sind somit ein äusserst wirksames Mittel zur Förderung der Biodiversität in Ackerbaugebieten. Buntbrachen schonen den Boden, da sie kaum befahren werden, sie werden nicht gedüngt und es werden keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht (ausser Einzelstockbehandlung). Buntbrachen sind aber auf der anderen Seite auch sehr anspruchsvolle und herausfordernde Kulturen. So gilt es Problemunkräuter wie Ackerkratzdisteln, Blacken und Co. zu bekämpfen. Neophyten wie Goldrute, einjähriges Berufskraut und Sommerflieder können zum Problem werden. Auch ist weder Vergrasung noch Verbuschung erwünscht. Somit stellen sich oft Fragen zur Anlage und zur Pflege der Brachen.
Aus diesem Grund organisiert die Fachstelle Natur und Landschaft des Amtes für Raumentwicklung zum zweiten Mal einen Buntbrachentag. Der Anlass soll interessierten Landwirten die Möglichkeit geben, sich mit erfahrenen Berufskollegen und Fachleuten auszutauschen. So wird Markus Jenny, Biologe und Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach anwesend sein. Er leitet agrarökologische Projekte zwischen Forschung, Umsetzung und Markt und ist Autor von diversen Publikationen zum Thema Buntbrachen und deren Auswirkungen auf Brutvögel. Er wird auf spezielle Massnahmen zur Förderung von Goldammer, Neuntöter, Feldlerchen etc. eingehen und auch das kürzlich erschienene Handbuch «Biodiversität auf Landwirtschaftsbetrieben – ein Handbuch für die Praxis» vorstellen. Ein weiteres Thema wird die Heilwirkung verschiedener Brachepflanzen sein. Im Kanton Thurgau sind knapp über 100 ha Buntbrachen angemeldet. Es zeichnet sich in den letzten Jahren wieder eine leichte Zunahme der Flächen ab. Wir unterstützen die Zunahme dieser anspruchsvollen Biodiversitätsförderfläche und hoffen, dass viele Bewirtschafter und Interessierte den Weg nach Ermatingen finden werden.
Die Veranstaltung findet am Freitag, 2. September, statt. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr auf dem Betrieb von Guido Leutenegger, Ulmberg, Ermatingen. Von dort aus werden vier verschiedene Buntbrachen in der näheren Umgebung besichtigt. Der Anlass dauert bis ca. 14.00 Uhr. Es wird ein kurzes Mittagessen auf dem Ulmberg offeriert. Bitte melden Sie sich deshalb bis 31. August an unter: nina.moser@tg.ch, oder Telefon 058 345 62 50.


Raimund Hipp und Nina Moser,
Amt für Raumentwicklung,
Abteilung Natur und Landschaft




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