Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Zwillingsinititativen "Ja zu einer intakten Thurgauer Kulturlandschaft"

Ausgabe Nummer 6 (2015)

Eine Verfassungs- und eine Gesetzesinitiative

Liebe Thurgauer Bauernfamilien
Jede Sekunde wird in der Schweiz 1 m2 fruchtbares Land überbaut. Zwischen 1996 und 2008 wurde die Landwirtschaftsfläche im Kanton Thurgau jedes Jahr um einen Quadratkilometer kleiner – Jahr für Jahr die Fläche von fünf schönen Bauernbetrieben!
Trotz grosser Anstrengungen dreht sich das Karussell immer schneller. Die Statistiken belegen es, es ist für jedermann augenfällig und gut sichtbar: Der Schutz des Kulturlandes ist nach wie vor ungenügend.

Ziele der Initiativen
Alle Bauernfamilien sind ganz unabhängig von der Intensität und Ausrichtung ihrer Betriebe darauf angewiesen, dass die Grösse der zur Verfügung stehenden Landwirtschaftsflächen nicht weiter abnimmt. Das ist zentral und für die Zukunft entscheidend wichtig. Die Tendenz Richtung Kulturlandverlust hat sich aber in den letzten Jahren deutlich verschärft. Wir wollen deshalb, dass die Landschaft in ihrer Grösse, aber auch in ihrer Schönheit, Vielfalt, Fruchtbarkeit und Funktionalität erhalten bleibt. Unsere beiden Initiativen zielen weiter darauf hin, eine qualitativ hochstehende Entwicklung und Erneuerung der Siedlungsgebiete sowie der teilweise veralteten Dorfkerne zu fördern und eine optimale Nutzung der Bauparzellen durch eine bessere Ausnützung anzustreben. Das Potenzial innerhalb der bestehenden Bauzonen ist immens, 1248 Hektaren Bauland innerhalb der Bauzonen sind nicht überbaut. Diese Reserven reichen noch viele Jahre. Eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung ist deshalb nach wie vor möglich, ohne dass weiteres Kulturland geopfert werden muss.

Praxis heute
Gemäss heutiger Praxis ist es immer noch das Einfachste und Billigste, das Bauprojekt auf der grünen Wiese zu verwirklichen. Kommt hinzu, dass auf der anderen Seite auch die maximale Ausnützungsziffer von vielen Baubehörden extrem restriktiv angewendet wird, so dass nach wie vor viele Bauparzellen und Neubauten nur sehr schlecht ausgenützt werden dürfen. Das Resultat ist eben dieser unbegreiflich grosse Verschleiss an Kulturland. Das Durchsetzen einer nachhaltigen Raumplanung erweist sich als extrem schwierig. Nur Volksinitiativen können hier den nötigen Druck erzeugen. Denn nur so kann den vielen gegensätzlichen Interessen und Konflikten mit der nötigen Kraft begegnet werden.

Unterzeichnen Sie noch heute beide Initiativen, Sie erreichen damit:
– eine bessere Ausnützung der bestehenden Gebäude und der
   eingezonten Baulandparzellen als Grundvoraussetzung für
   einen wirksamen Kulturlandschutz.

– Eine Erneuerung der vielfach veralteten Dorfkerne
– Schluss mit riesigen einstöckigen Ladenprojekten an der
   Peripherie, während angestammte Betriebe in den historischen
   Dorfkernen veröden.
– In allen Zonen und in allen Regionen wird moderat verdichtet
   und qualitativ hochstehend gebaut und erneuert.
– Auch der ländliche Raum erhält eine qualitative und angepasste
   Entwicklung.

Die Initiativen sind nötig und sie kommen zum richtigen Zeitpunkt. Sie schützen unsere landwirtschaftlichen Nutzflächen wirksam. Sie sichern auch kommenden Bauerngenerationen die wichtigste Existenzgrundlage. Handeln Sie jetzt! Herzlichen Dank.


Josef Gemperle, Landwirt Fischingen
Andreas Guhl, Landwirt Oppikon
www.kulturlandinitiativen.ch




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